Leseproben

Seit meinen Jugendtagen schreibe ich, um Gedanken, die mich beschäftigen, in eine Form zu bringen – und weil mich die Kunst, mit Worten zu spielen, schon seit jeher fasziniert.

Herausgekommen sind zahlreiche Gedichte, Kurzgeschichten, Song- und Poetry Slam Texte, die ich auch schon auf der ein oder anderen kleinen Bühne präsentieren durfte.

Zudem unterstütze ich Freunde und Bekannte regelmäßig als Texterin bei ihren Vorhaben (Webseiten, Hochzeiten, Events, etc.).

Kurzgeschichte: Alle meine Monster

Ich sitze am Frühstückstisch und habe soeben die Zeitung weggelegt als es klingelt. Ich frage mich, wer das sein könnte und drücke ohne eine Ahnung auf den Summer meiner Gegensprechanlage. Doch hinter meiner Tür ruft es nur knapp: „Ich bin schon oben!“

Ein wenig überrascht öffne ich die Tür und erblicke ein Monster, das etwas nervös von einem auf den anderen Fuß tritt. „Unten war offen!“, sagt es und lächelt dabei, als wolle es sich für diesen Umstand entschuldigen.

 

Mit einem kurzen Blick mustere ich das Monster. Es ist so gut zurecht gemacht, wie es für ein Monster eben geht, trägt einen grauen Hut mit dunkelgrauem Hutband, eine dazu passende breite, dunkelgraue Krawatte und einen Schnauzbart, der aussieht als hätte man ihn angeklebt. In einem seiner fünf Arme hält es einen kleinen braunen Aktenkoffer.
...

Poetry SLAM Text: Tage

Es gibt Tage, da möchten wir nicht wir selber sein,

Tage, an denen sind wir schlichtweg so klein – mit Hut.

In Momenten, wenn irgendwie nichts funktioniert

und jede Bewegung uns nur weiter blamiert

auf der Bühne des Lebens, im hellen Scheinwerferlicht,

das sich an unseren Ecken und Kanten bricht 

so ganz ohne Gnade, so ganz ohne Gunst,

so ganz ohne Sinn für den Mut und die Kunst, 

tagtäglich auf dieser Bühne zu stehen,

statt einfach von ihr abzugehen.

 

Und so stehen wir da, verlassen vom Mut,

etwas kleiner als vorher – und der Hut steht uns gut,

kann er doch geschickt unsere Fehler verdecken,

wenn wir uns kauernd unter diesem verstecken.
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Poetry Slam Text: Menschlichkeit

Was zählt denn noch, wenn ich aufwach' und hör von den Bomben,

die sie nicht mehr rechtzeitig entschärfen konnten

auf den Flughäfen, den Bahnhöfen und den Katakomben

 

– des Menschseins.

 

Des Menschseins, das wir mit einem Zünder versehen haben,

indem wir uns stumm dem Glauben hingaben,

dass wir nicht alle gleich sind; nicht gleich viel wert.

 

Damit haben wir unser Menschsein entehrt.
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Gedicht: Schmetterlinge

Mein Verstand benebelt, der kühle Kopf einfach weg,

Klatsch – mitten auf’s Herz ein rosaner Fleck.

Rosarot, um ganz genau zu sein, 

so fluffig wie Watte, wie Seide so fein.

Er hat deine Form, er trägt deinen Namen,

wächst Stunde um Stunde mit wehenden Fahnen.

Und macht, dass ich wieder dreizehn bin,

hormonbefallen, mit nur einem im Sinn:

Dich.

 

Die Zunge gelähmt, die Gedanken umwoben, 

von den Schmetterlingen im Bauch, die völlig ungezähmt toben,

und keinen Platz für Anderes lassen,

schon gar nicht dafür, mir ein Herz zu fassen,

um dir zu sagen, was da in mir brennt

und dass mein Herz im Stolperschritt rennt,
...

Ballade: Erdenbund

Schritt um Schritt hin in die Wälder

zieht ihn die gar dunkle Macht,

peitscht ihn durch die wilden Felder,

er wird erst ruh‘n, wenn er’s vollbracht.

 

Den Glanz, er kann ihn förmlich schmecken,

er treibt in immer weiter an,

wirkt sinnestäubend und befleckend

doch er kommt nicht dagegen an.

 

Der Mond, mit einem Hauch von Silber,

schaut düster auf die Szenerie

er zeichnet hier und da die Kanten,

verrät den Wandrer ganz doch nie.

 ...

Gedicht: Traurige Limonade

Ganz hinten im Schrank,

von keinem beachtet,

das Glas blitzeblank,

und doch stumm entmachtet:

vom Bitzeln und Tosen,

von Flügeln in Dosen,

von Holunder und Lime,

soll’s ihr Schicksal nicht sein,

die Welt zu erfreuen,

mit ihrem stillen Gemüt,

dessen zartes Wesen

auf der Zunge erblüht.

 

Zu lang fristet sie schon,

geknickt und ganz still,

ihr Dasein im Hohn,

weil sie niemand will.

Eine Hand nach der andern,

greift an ihr vorbei,

die Flaschen, sie wandern,

doch sie hockt da seit Mai.

 

Und die Uhr, sie tickt,

wegen der Zahl auf dem Rand.

wenn’s bis dahin nicht klickt,

wird sie schlicht verbannt.

Als Altlast, Versager,

ohne Zauber, Esprit,

muss sie zurück ins Lager

oder gar zur Deponie.

 

So steht sie da und wünscht sich,

dass jemand sie wählt,

dass sie nun auch auf einem Deckel zählt!

 

Doch mit jedem Tag mehr

wächst ihr Zweifel an sich

gefüllt und doch leer

denkt sie: „Ich bin unwichtig.“

Nur, weil sie zart ist, 

denkt sie, sie sei fade.

Bitte kämpf weiter – 

kleine, stille, traurige Limonade.